geomorph.at früher und heute

2000 – 2005: Reorganisations- und Ausweitungsphase zu einer österreichweiten Fachgruppe

Präsidentin: Prof. Dr. Christine Embleton-Hamann

 

Mit Beginn des Jahres 2000 wurde aufgrund der Probleme der Vorjahre von der neuen Präsidentin, Frau Univ.-Prof. Dr. Christine Embleton-Hamann, eine entsprechende Reorganisation der Geomorphologischen Kommission in Angriff genommen. Es ging um den Aus- und Aufbau der Gruppe hin zu einer formell organisierten Landesvereinigung mit eingetragenen und beitragszahlenden Mitgliedern. Das erste Jahr stand natürlich im Zeichen der Werbung und administrativer Arbeiten; es galt, ein österreichweites Mitgliedernetz zu gründen und eine geeignete Infrastruktur zu schaffen, um die Kommunikation zwischen den Mitgliedern auf eine breite und effiziente Basis zu stellen.

Am Ende des Jahres 2000 hatte die neue Kommission 20 Mitglieder. Diese Zahl hat sich seither mehr als verdoppelt und umfasst Kollegen von fast allen Hochschulstandorten der Geographie und der Geologie Österreichs, Vertreter der Geologischen Bundesanstalt, der Wildbachverbauung, des Umweltbundesamtes und von Naturschutzorganisationen, AHS - Lehrer und GeomorphologInnen aus der Privatwirtschaft (Ziviltechnikerbüros).

Bis Juni 2000 hatte Frau Mag. Doris Gruber ein geeignetes Kommunikationsnetz aufgebaut. Als Webmasterin der Kommission betreut sie diese bis Ende 2006. Seit Anfang 2007 wird der Webauftritt durch Mag. Mag. Andreas Kellerer-Pirklbauer sowie von Mitarbeitern des Instituts für Geographie und Raumforschung, Uni Graz betreut. Als Plattform für den fachinternen Informationsaustausch dient "Morphoforum", die Mailing-Liste der Geomorphologischen Kommission. Informationen und Anfragen der einzelnen Mitglieder werden über E-mail an die ganze Gruppe weitergeleitet. Morphoforum bietet z.B. Hinweise auf Veranstaltungen, Tagungen, Projekte, Publikationen, Stellenausschreibungen, hilft bei der Suche nach potentiellen Mitarbeitern, bewährten Arbeitstechniken oder Arbeitsmitteln und dient zur Diskussion spezifischer Forschungsfragen. Durch Homepage und Morphoforum erfreut sich die Kommission einer vorzüglichen internen Kommunikationsstruktur bei gleichzeitig minimalen Verwaltungskosten. Darüber hinaus fand Morphoforum als Diskussionsmedium auch bei den Deutschen Kollegen ein sehr großes Echo und etablierte sich zu einer wichtigen Plattform für den wissenschaftlichen Austausch der deutschsprachigen Geomorphologie.

Da die Anzahl der GeomorphologInnen in einem kleinen Land wie Österreich naturgemäß limitiert ist, galt es von Anfang an, nach Synergie-Effekten durch Allianzen mit dem Ausland zu streben. In diesem Sinne wurde dem Deutschen Arbeitskreis für Geomorphologie eine Zusammenarbeit vorgeschlagen und anlässlich der Hauptversammlung des Deutschen Arbeitskreises im Oktober 2000 in Trier beschlossen. Die österreichischen GeomorphologInnen können dadurch an den Jahrestagungen des Deutschen Arbeitskreises zum reduzierten Mitgliedspreis teilnehmen. Auch der Verlag Schweitzerbart anerkennt die Österreichische Fachkommission und gewährt allen Mitgliedern einen 75prozentigen Vorzugspreis für die Zeitschrift für Geomorphologie und deren Supplementbände.

Insbesondere die von der Kommission wahrgenommene Vertretung Österreichs bei den einschlägigen internationalen Gesellschaften trägt deutlich Früchte. Auf der Basis regelmäßig bezahlter Landesbeiträge an die IAG und an die „International Permafrost Association (IPA)“ ist die österreichische Geomorphologie nun stimmberechtigt und in die Entscheidungsprozesse der internationalen Fachgesellschaften eingebunden. Im News-Bulletin der IPA ist ein regelmäßiger Österreich-Bericht von Univ. - Prof. Dr. Gerhard Lieb und Mag. Mag. Andreas Kellerer-Pirklbauer zu finden. Der Beitrag der österreichischen Geomorphologie ist auf internationaler Ebene heute aber nicht nur sichtbar, sondern wird auch anerkannt. So wurde 2002 ein Kurzsymposium der IAG unter der Schirmherrschaft der Kommission in Dornbirn, Vorarlberg, ausgerichtet.

Bei der 6. Internationalen Tagung für Geomorphologie in Zaragoza im September 2005 wurde schließlich eine neue IAG Working-Group eingesetzt, an der die Österreichische Kommission maßgeblich beteiligt ist. In Anknüpfung an die Erste Mitteleuropäische Geomorphologentagung entwickelten neun mittel- und osteuropäische Fachunionen für Geomorphologie (Kroatien, Österreich, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine und Ungarn) ein gemeinsames Forschungskonzept für eine länderübergreifende „Carpatho-Balkan-Dinaric Working Group“. Thematisch geht es wie bei der Ersten Mitteleuropäischen Geomorphologentagung um die Wechselwirkungen zwischen den Gebirgen und ihren Vorländern. Für die österreichischen Projektmitarbeiter steht dabei der Karpaten-Karpatenvorland Bezug im Zentrum des Forschungsinteresses.

Diese Ausführungen – mit Ausnahme weniger Aktualisierungen durch A. Kellerer-Pirklbauer - sind folgender Publikation entnommen:
Embleton-Hamann C. 2006. Entwicklung und Aktivitäten der geomorphologischen Kommission. In: Kretschmer, I. und Fasching, G. (eds.): Österreich in der Welt – die Welt in Österreich. Chronik der Österreichischen Geographischen Gesellschaft. Wien, 383-386.