geomorph.at früher und heute

1987 – 1999: Gründungsphase durch eine Gruppe Wiener Geomorphologen

Präsident: Prof. Dr. Hans Fischer

 

Der Anstoß für die Gründung der Geomorphologischen Kommission kam von außen. Nach einer vierjährigen Vorbereitungsphase setzte das International Council for Science (ICSU) 1989 eine eigenständige wissenschaftliche Organisation für die Fachdisziplin Geomorphologie ein. Für die neue „International Association of Geomorphologists (IAG)“ galten die gleichen Regeln wie für alle ICSU Wissenschaftsunion, d.h. die Mitgliedschaft war auf der Basis von nationalen Fachverbänden zu organisieren.

Für den Beitritt zur IAG bedurfte die Österreichische Geomorphologie somit eines Vereinsstatus. Was lag näher als die Gründung einer neuen Fachkommission unter dem Dach der Österreichischen Geographischen Gesellschaft, zumal unter diesem schon länger eine bewährte Kartographische Kommission existierte? 1987 wurde daher von dem damaligen Vizepräsidenten der Österreichischen Geographischen Gesellschaft, Herrn Univ.-Prof. Dr. HANS FISCHER, die Geomorphologische Kommission ins Leben gerufen. Diese bestand zunächst aus einem informellen Zusammenschluss der im Wirkungsbereich des Wiener Instituts für Geographie tätigen GeomorphologInnen.

Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. HANS FISCHER richtete diese Gruppe 1994 die „Erste Mitteleuropäische Geomorphologentagung“ aus. Die Konferenz fand vom 19. – 21. Juni an der Universität Wien statt und führte die Geomorphologischen Fachunionen von neun Ländern zusammen: Deutschland, Kroatien, Österreich, Polen, Slowenien, Tschechien, Ungarn sowie der Schweiz und der Slowakei. Das Rahmenthema der Tagung lautete: „Geomorphologie der Gebirge und ihrer Vorländer“. Zusätzlich beteiligte sich der Fachausschuss Karst von CIPRA Österreich. Somit wurde die Tagung um eine Parallelsitzung unter der Leitung von Prof. Dr. HUBERT TRIMMEL zu aktuellen Karstthemen und um zwei Karst-Exkursionen bereichert.

Der große Erfolg der Ersten Mitteleuropäischen Geomorpologentagung konnte aber die strukturellen Schwächen der Gründungsgruppe der Geomorphologischen Kommission nicht auf Dauer kompensieren. Der inhärente Nachteil aller informellen Vereinigungen, nämlich die geringe Außenwirkung kombiniert mit fehlenden Finanzmitteln, wurde mehr und mehr zum Problem. In der zweiten Hälfte der 90er Jahre drohte der Geomorphologischen Kommission nicht nur interne Stagnation, sondern wegen ausstehender österreichischer Mitgliedsbeiträge auch der Ausschluss von den Internationalen Wissenschaftsunionen.

Diese Ausführungen sind zur Gänze folgender Publikation entnommen:
Embleton-Hamann C. 2006. Entwicklung und Aktivitäten der geomorphologischen Kommission. In: Kretschmer, I. und Fasching, G. (eds.): Österreich in der Welt – die Welt in Österreich. Chronik der Österreichischen Geographischen Gesellschaft. Wien, 383-386.