Salzburg 2008: Mitteleuropäische Geomorphologietagung

Bei der 3. Mitteleuropäische Geomorphologietagung Geomorphologie in Wissenschaft und Praxis - Kompetenzen und Herausforderungen vom 23.-28.09.2008 an der Universität Salzburg trafen sich rund 170 WissenschaftlerInnen aus Deutschland, Großbritannien, Österreich, der Schweiz, Slowenien und Tschechien, um Ergebnisse geomorphologischer Forschung zu präsentieren und deren Perspektiven zu diskutieren.

Die Tagung wurde von der Österreichischen Forschungsgruppe für Geomorphologie und Umweltwandel sowie dem Organisationskomitee bestehend aus Vertretern der Universitäten Salzburg, Wien, Innsbruck und Graz veranstaltet und unter der Federführung von Lothar Schrott und Jan-Christoph Otto (beide Salzburg) organisiert und geleitet.

Am Dienstag, den 23. September wurde die Tagung durch den Vorsitzenden des Organisationskomitees und einem Grußwort der Vizerektorin der Universität Salzburg formal und mit einem Festvortrag des IAG Präsidenten Andrew Goudie thematisch eröffnet.

Im Rahmen von drei Themenblöcken und einem umfangreichen Posterprogramm widmeten sich die beiden folgenden Tage den wissenschaftlichen Inhalten. Als Keynotes lieferten Richard Dikau (Bonn), Hans-Rudolf Bork (Kiel), Felix Keller (Samedan, CH) und Keith Richards (Cambridge, UK) provokante Thesen, wegweisende Impulse und kritische Denkanstöße.

Die ersten beiden Themenblöcke „Standortbestimmung der Geomorphologie - Kompetenzen und Herausforderungen" sowie „Geomorphologie - Kompetenzen und Herausforderungen im Kontext globaler Umweltveränderungen" waren Gegenstand des ersten Sitzungstages. Es wurden u.a. Fragen zur geomorphologischen Systemtheorie, Komplexität und Konnektivität sowie zur quartären/holozänen Landschaftsentwicklung diskutiert.

Der zweite Sitzungstag thematisierte neben der geomorphologischen Kompetenz im Kontext der globalen Umweltveränderung auch die Herausforderungen der angewandten Geomorphologie und widmete sich Fragen der Inwertsetzung geomorphologischer Forschungergebnisse. Abendliche „social events" - Icebreaker im Schloss Hellbrunn, Konzertempfang in der Residenz sowie ein Konferenzdinner auf der Zistelalm - schlossen die jeweiligen Sitzungen ab und boten die Möglichkeit, die Diskussionen in lockerer Atmosphäre zu vertiefen.

Als Ergänzung zur Tagung folgten ab Freitag noch vier Exkursionen mit unterschiedlichen geomorphologischen Inhalten. Die eintägige Exkursion durch das Salzkammergut (H. Ibetsberger, M. Häupl, F. Dollinger & H. Weingartner) sowie der „Kulturgeologische Stadtspaziergang" (W. Vetters & W. Gruber) beleuchteten die besondere Lage der Stadt Salzburg und deren Umland aus bislang noch nicht bekannten Perspektiven. Die mehrtägigen Exkursionen zur Glorer Hütte (H. Stingl) und zur Pasterze (G. Lieb, H. Slupetzky & L. Schrott) boten Gelegenheit zum Kennenlernen geomorphologischer und glaziologischer Lehrpfade und zur Beobachtung unterschiedlichster glazialer, periglazialer und gravitativer Prozesse.

Der Österreichischen Forschungsgruppe für Geomorphologie und Umweltwandel, dem Organisationskomitee, dem Deutschen Arbeitskreis für Geomorphologie, der Arbeitsgruppe Geomorphologie und Umweltsysteme sowie allen Sponsoren sei für die Förderung und Unterstützung der Tagung recht herzlich gedankt. Alle TeilnehmerInnen ließen durch ihre hochwertigen Beiträge und kritischen Diskussionen diese Tagung zu einem vollen Erfolg werden.

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Die Salzburger NaWi von oben Tagungseröffnung - Prof. Lothar Schrott
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 Tagungseröffnung - Audimax
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Exkursion Pasterze Exkursion Glorer Hütte